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Erstes Date Gesprächsthemen: 25 Fragen in 3 Stufen

Selbsthilfe

Books Go Team · Veröffentlicht am · 9 Min. Lesezeit

Wer „erstes Date Gesprächsthemen“ sucht, will meist wissen, worüber man reden kann, ohne dass es gezwungen oder peinlich wird. Die kurze Antwort: Beginnen Sie mit leichten, offenen Fragen zu den Dingen, die Ihr Gegenüber gern mag, und greifen Sie dann auf, was erzählt wird. Sie brauchen kein Drehbuch und keine geistreichen Sprüche, sondern ein paar einfache Einstiege, echtes Interesse und die Gewohnheit, vor dem Themenwechsel einmal nachzufragen. Unten finden Sie 25 Fragen in drei Stufen, einen einfachen Ablauf für den Abend, Themen für später und Tipps für Gesprächspausen.

Kurz gesagt:

  • Starten Sie leicht: Ort, Essen, Freizeit, kleine Geschichten.
  • Stellen Sie offene Fragen und fragen Sie danach einmal nach.
  • Erzählen Sie auch von sich, damit es ein Gespräch bleibt und kein Verhör wird.
  • Ex-Partner, Geldfragen und hitzige Debatten heben Sie sich für später auf.
  • Eine kurze Stille ist normal und heißt nicht, dass das Date schlecht läuft.
Erstes Date Gesprächsthemen: 25 Fragen in 3 Stufen
In diesem Artikel · 9 Min. Lesezeit
  1. Warum Fragen wichtiger sind als kluge Sprüche
  2. Erstes Date Gesprächsthemen: 25 Fragen in drei Stufen
  3. So fragen Sie nach: fünf einfache Formeln
  4. Ein einfacher Ablauf für das ganze Date
  5. Themen für später
  6. Wenn das Gespräch stockt
  7. Was unser Buch ergänzt
  8. Wann Unterstützung sinnvoll ist
  9. Häufige Fragen
  10. Quellen

Ein erstes Date ist im Kern ein Gespräch zwischen zwei Menschen, die sich noch nicht kennen, und die Forschung spricht dafür, dass dieses Gespräch leichter ist, als viele befürchten. In mehreren 2021 veröffentlichten Experimenten ließen Psychologinnen und Psychologen Teilnehmende vorhersagen, wie unangenehm ein Gespräch mit einer fremden Person wird. Oberflächliche wie tiefere Gespräche waren am Ende weniger peinlich und angenehmer als erwartet, und die tieferen wurden am stärksten unterschätzt. Nachdem sie beide Arten ausprobiert hatten, zogen die meisten das tiefere vor, weil sie angenommen hatten, ihr Gegenüber interessiere sich weniger dafür, als es tatsächlich der Fall war (Chicago Booth Review, Dezember 2021, auf Englisch). Es geht also nicht darum, jede Stille zu vermeiden, sondern das Gespräch nach und nach persönlicher werden zu lassen.

Warum Fragen wichtiger sind als kluge Sprüche

Forschende in Harvard haben echte Gespräche und Speed-Datings untersucht. Wer mehr Fragen stellte, vor allem Nachfragen, kam bei seinem Gegenüber besser an, und Speed-Dater mit mehr Nachfragen erhielten häufiger ein Ja zu einem zweiten Date. Die Autorinnen und Autoren halten außerdem fest, dass Menschen nicht erwarten, durch Fragen sympathischer zu wirken (Harvard Kennedy School, 2017, auf Englisch). Der Grund ist Zugewandtheit: Eine Nachfrage zeigt, dass Sie zugehört haben. Die Association for Psychological Science weist in ihrer Zusammenfassung auf eine Grenze hin: Zu viele oder unpassende Fragen, etwa unhöfliche oder sich wiederholende, könnten nach hinten losgehen (APS, Juli 2017, auf Englisch).

Calm beschreibt dieselbe Balance in einfachen Worten: von sich erzählen, ohne das Gespräch zu dominieren, Fragen stellen, ohne zu verhören, und offene Fragen nutzen, damit das Gegenüber frei antworten kann (Calm, auf Englisch). Die folgende Grafik fasst das in vier Schritten zusammen.

Erstes Date Gesprächsthemen: vier Schritte vom leichten Einstieg bis zur gemeinsamen Geschichte
Erstes Date Gesprächsthemen: einsteigen, fragen, nachfragen, erzählen

Erstes Date Gesprächsthemen: 25 Fragen in drei Stufen

Verstehen Sie die Liste als Speisekarte, nicht als Drehbuch. Suchen Sie sich zwei oder drei Fragen aus, die zum Moment passen, und lassen Sie die Antworten entscheiden, wohin es geht. Die Themenfamilien, die Calm nennt, sind ähnlich: Hobbys und Interessen, Reisen und Wunschziele, die Freizeit außerhalb der Arbeit, Essen, Serien und Musik, Kindheitserinnerungen und leichte, positive aktuelle Themen. Auch die Krankenkasse DAK nennt in ihrem Ratgeber Serien, Filme, Musik, Hobbys, Lieblingsessen und das letzte Urlaubsziel; tiefere Fragen zu Zukunftswünschen kämen später dazu.

Stufe 1: leicht und unkompliziert (die ersten 15 Minuten)

  1. Waren Sie schon einmal hier? Was bestellen Sie sonst gern?
  2. Was war das Beste, das Sie in letzter Zeit gegessen haben?
  3. Was machen Sie, um nach einer langen Woche abzuschalten?
  4. Haben Sie zuletzt etwas Gutes gesehen oder gehört?
  5. Sind Sie eher Frühaufsteher oder Nachtmensch?
  6. Was bringt Sie immer zum Lachen?
  7. Was wollten Sie mit zehn Jahren werden?
  8. Gibt es einen Ort, an den Sie immer wieder zurückkehren könnten?

Stufe 2: persönlicher (wenn beide entspannt sind)

  1. Was begeistert Sie gerade: ein Hobby, ein Projekt, etwas, das Sie lernen?
  2. Welche Reise war Ihre schönste, und was hat sie so besonders gemacht?
  3. Wie sieht für Sie ein perfekter freier Sonntag aus?
  4. Wer hat Ihnen etwas beigebracht, das Sie bis heute nutzen?
  5. Worauf freuen Sie sich in diesem Jahr?
  6. Welche Fähigkeit würden Sie gern lernen?
  7. Was gefällt Ihnen an Ihrem Wohnort am meisten?
  8. Was ist das Netteste, das eine Freundin oder ein Freund je für Sie getan hat?

Stufe 3: Werte (nur bei warmer Stimmung)

  1. Was ist Ihnen in einer Freundschaft am wichtigsten?
  2. Worüber haben Sie Ihre Meinung geändert?
  3. Welches Risiko bereuen Sie nicht?
  4. Was macht einen Ort für Sie zu einem Zuhause?
  5. Was würden Sie mit einem ganz freien Jahr anfangen?
  6. Worauf sind Sie stolz, was andere vielleicht gar nicht bemerken?

Reservefragen für eine Pause

  1. Was war das Schönste in dieser Woche?
  2. Was läuft gerade auf Ihrer Playlist?
  3. Wann haben Sie zuletzt laut gelacht?

Die drei Stufen folgen einem Muster aus der Forschung. Arthur Arons bekannter Katalog mit 36 Fragen ist in drei Gruppen gegliedert, die allmählich persönlicher werden; in den ursprünglichen Experimenten bekam jede Gruppe etwa 15 Minuten. Das Programm Evidence-Based Living der Cornell University betont, dass das Tempo auch bei einem Date zählt: Zu viel zu schnell preiszugeben, kann das Gegenüber überfordern (Cornell Evidence-Based Living, auf Englisch). Der Katalog sollte in einem kontrollierten Rahmen Nähe zwischen zwei Menschen erzeugen. Nehmen Sie daher die allmähliche Steigerung als Anregung, nicht als Rezept, um jemanden zum Verlieben zu bringen. Auch ein Beitrag von SRF zitiert eine Paartherapeutin mit einer nüchternen Einordnung: Die Fragen seien kein Automatismus, denn man könne jede Frage beantworten, ohne sich zu öffnen.

So fragen Sie nach: fünf einfache Formeln

Die nützlichste Fähigkeit ist nicht die erste, sondern die zweite Frage. Eine Nachfrage bezieht sich einfach auf das, was die Person gerade gesagt hat. So klingt das in der Praxis:

Ihr Gegenüber sagt Eine Nachfrage zum Ausprobieren
„Ich bin gerade von einer Reise zurück.“ „Was war der schönste Moment?“
„Ich lerne gerade kochen.“ „Welches Gericht ist Ihnen zuerst richtig gelungen?“
„Bei der Arbeit ist gerade viel los.“ „Was gefällt Ihnen daran trotzdem?“
„Ich wandere gern.“ „Wo gehen Sie am liebsten hin?“
„Ich bin am Meer aufgewachsen.“ „Was vermissen Sie daran?“

Dazu kommt die Regel von Geben und Nehmen: Beantworten Sie nach ein paar Fragen eine davon selbst in ein bis zwei Sätzen, damit der Abend wie ein Gespräch zwischen zwei Menschen wirkt und nicht wie ein Interview. Weitere Formulierungen zum Zuhören finden Sie in unserem Beitrag zum aktiven Zuhören, und die Smalltalk Themen liefern leichte Einstiege.

Ein erstes Date im Interview-Modus verglichen mit einem echten Gespräch
Interview-Modus oder Gesprächs-Modus beim ersten Date

Ein einfacher Ablauf für das ganze Date

  1. Vor dem Treffen. Wählen Sie einen Ort, an dem man sich gut unterhalten kann, etwa ein ruhiges Café oder einen Spaziergang. Legen Sie sich zwei oder drei Einstiege zurecht, nicht mehr. Calm erinnert daran, dass ein gutes Date einen natürlichen, angenehmen Rhythmus sucht und niemanden mit glänzenden Geschichten beeindrucken muss.
  2. Die ersten zehn Minuten. Nutzen Sie den Ort, den Weg oder die Speisekarte. Essen ist ein leichtes Thema, wenn Sie aufgeregt sind.
  3. Die Mitte. Wechseln Sie von Stufe 1 zu Stufe 2, wenn das Gespräch fließt. Fragen Sie nach, bevor Sie das Thema wechseln, und erzählen Sie im Gegenzug etwas von sich.
  4. Das Ende. Halten Sie die Dauer im Rahmen. Die DAK nennt ein bis zwei Stunden als Richtwert und weist darauf hin, dass Sie das Date auch früher beenden dürfen (DAK). Wenn es Ihnen gefallen hat, genügt danach eine kurze, ehrliche Nachricht.

Themen für später

Calm rät, ein erstes Date leicht und positiv zu halten und schwerere Themen aufzuheben, bis die Verbindung gewachsen ist. Diese Themen passen meist besser später:

  • Ex-Partner und frühere Beziehungen. Schöne Erinnerungen können Eifersucht wecken, schlechte die Stimmung trüben.
  • Geldfragen wie Gehalt, Schulden oder Ausgabeverhalten. Über Träume zu sprechen ist dagegen völlig in Ordnung.
  • Politik und Religion, wenn sie hitzig werden, denn sie können aus einem Gespräch eine Debatte machen.
  • Lange Klagen. Erwähnen Sie einen schlechten Tag kurz und wenden Sie sich dann etwas Positivem zu.
  • Große Zukunftspläne wie Heirat, Kinder oder Wohnort.

Das ist keine Verbotsliste. Wenn Ihr Gegenüber von selbst ein solches Thema anspricht, hören Sie freundlich zu und antworten Sie kurz und offen.

Wenn das Gespräch stockt

Eine kurze Pause ist normal. Die DAK betont, dass niemand ständig reden muss und dass eine kurze Stille nicht bedeutet, dass das Date schlecht läuft. Wenn Sie sanft wieder anknüpfen möchten, können Sie:

  • einen früheren Faden aufgreifen: „Sie haben eine Reise erwähnt. Wohin ging es zuerst?“;
  • etwas in der Umgebung kommentieren: die Musik, das Essen, die Aussicht;
  • eine der Reservefragen aus der Liste nutzen;
  • leicht sagen, dass Sie ein bisschen aufgeregt sind, was viele Menschen sympathisch finden.

Was unser Buch ergänzt

Unser Buch zur Kommunikation gibt es auf Deutsch: Ausdrucksweise verbessern und Wortschatz erweitern von Berthold Wegener. Es ist ein allgemeines Handbuch und kein Dating-Ratgeber. Sein letztes Kapitel wendet die Ideen auf zehn Alltagssituationen an, und die erste ist das erste Date, mit Hinweisen dazu, das Gegenüber behutsam zu spiegeln und über Gefühle zu sprechen, nicht nur über Fakten. An anderer Stelle beschreibt das Buch Zuhören, Neugier und ein wenig Verletzlichkeit als Wege, Nähe aufzubauen, und es fügt hinzu, dass man das Spiegeln „nicht zwanghaft“ betreiben soll. Es verspricht kein Ergebnis und eignet sich vor allem als Übungsmaterial zwischen zwei Verabredungen.

Wann Unterstützung sinnvoll ist

Aufregung vor einem ersten Date ist sehr verbreitet. Wenn die Sorge so stark ist, dass Sie Verabredungen meiden, oder wenn sie mit Panik, anhaltendem Herzrasen oder ständiger Angst einhergeht, ist es sinnvoll, mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Fachperson für psychische Gesundheit zu sprechen. Ein Buch oder eine Fragenliste ist ein Übungswerkzeug, keine Behandlung. Wenn Sie sich bei einem Date unter Druck gesetzt oder unsicher fühlen, dürfen Sie es jederzeit beenden. Hilfetelefone in vielen Ländern finden Sie über das internationale Verzeichnis Find a Helpline. Weitere praktische Ratgeber stehen im Books Go Blog, darunter einer zur Körpersprache, und unsere anderen Titel finden Sie auf der Startseite von Books Go Publications.

Häufige Fragen

Worüber sollte man beim ersten Date nicht sprechen?

Die meisten Ratschläge empfehlen, Ex-Partner, Geldfragen, hitzige Politik oder Religion, lange Klagen und große Zukunftspläne für spätere Treffen aufzuheben. Verboten ist nichts, aber solche Themen wirken schwer, solange man sich noch nicht kennt. Wenn Ihr Gegenüber eines anspricht, antworten Sie kurz und freundlich.

Wie viele Fragen sollte man beim ersten Date stellen?

Eine magische Zahl gibt es nicht. Die von der APS zusammengefassten Studien zeigen, dass mehr Fragen, vor allem Nachfragen, die Sympathie erhöhen; die APS warnt aber auch, dass zu viele oder unhöfliche, sich wiederholende Fragen schaden können. Ein guter Rhythmus: eine Frage, eine Nachfrage, dann eine kurze eigene Antwort.

Wie lange sollte ein erstes Date dauern?

Ein bis zwei Stunden gelten als gängiger Richtwert, zum Beispiel im oben genannten DAK-Ratgeber. Sie können länger bleiben, wenn es beiden gefällt, und früher gehen, wenn nicht.

Was tun, wenn mir nichts mehr einfällt?

Greifen Sie etwas auf, das Ihr Gegenüber vorher gesagt hat, kommentieren Sie den Ort oder nutzen Sie eine der Reservefragen. Eine Pause von ein paar Sekunden ist meist unproblematisch. Zwei oder drei vorbereitete Einstiege reichen; eine Liste auswendig zu lernen ist nicht nötig.

Darf ich sagen, dass ich aufgeregt bin?

Ja. Leicht und mit einem Lächeln gesagt, ist das ehrlich und hilft oft beiden, sich zu entspannen. Sie müssen es nicht erklären und nichts beweisen. Streben Sie einen angenehmen Rhythmus an, wie Calm es nennt, keinen perfekten Auftritt.

Soll ich beim ersten Date über Gefühle sprechen?

Ein wenig, ja, und schrittweise. Der Übergang von Fakten (wo Sie arbeiten, wohin Sie gereist sind) zu Gefühlen (was Ihnen gefallen hat, worauf Sie sich freuen) macht ein Gespräch persönlicher. Bleiben Sie anfangs leicht und gehen Sie nur tiefer, wenn Ihr Gegenüber es auch tut.

Quellen