Gute Smalltalk Themen sind leicht, einfach zu beantworten und passen zum Moment: der Ort, der Anlass, Essen, Reisen, Hobbys, Arbeit und Pläne. Sie müssen weder witzig noch originell sein. Es reichen zwei, drei offene Fragen in der Hinterhand und die Gewohnheit, an das anzuknüpfen, was Ihr Gegenüber sagt. Hier finden Sie Themen für die Situationen, in denen man am häufigsten ins Stocken gerät, eine einfache Merkhilfe, Fragen, die ein Gespräch öffnen oder abwürgen, Themen, die Sie besser meiden, und einen kurzen Übungsplan.
Kurz gesagt:
- Wählen Sie leichte Themen, die zu Ort, Anlass oder Moment passen.
- Merken Sie sich FORD: Family, Occupation, Recreation, Dreams.
- Offene W-Fragen funktionieren besser als Ja-Nein-Fragen.
- Knüpfen Sie an die Antwort an, statt das Thema zu wechseln.
- Politik, Religion und Geld sind bei flüchtigen Bekannten tabu.

In diesem Artikel · 9 Min. Lesezeit
- Warum Smalltalk wichtiger ist, als er wirkt
- Smalltalk Themen, die fast überall passen
- Smalltalk Themen nach Situation
- Die FORD-Methode: vier Themenfamilien zum Merken
- Fragen, die ein Gespräch öffnen, und Fragen, die es abwürgen
- Wenn Ihnen nichts mehr einfällt
- Themen, die Sie bei flüchtigen Bekannten besser meiden
- Ein 7-Tage-Plan zum Üben
- Was unser Buch ergänzt
- Wann Sie sich Unterstützung holen sollten
- Fragen zu Smalltalk Themen
- Quellen

Warum Smalltalk wichtiger ist, als er wirkt
Smalltalk ist nicht das Ziel eines Gesprächs, sondern die Eingangstür. StepStone beschreibt ihn als Türöffner: Er hilft, Gespräche locker zu beginnen, Vertrauen aufzubauen und Gemeinsamkeiten zu entdecken, beruflich wie privat. Deshalb kommt es weniger auf das „perfekte“ Thema an, als es sich anfühlt.
Es gibt auch einen Grund, es zu versuchen, wenn Sie lieber schweigen würden. In einem Experiment von Nicholas Epley und Juliana Schroeder, zusammengefasst von der Chicago Booth School of Business (auf Englisch), sollten Pendler in Chicagos Zügen mit einem Fremden sprechen, schweigen oder wie gewohnt fahren. Wer das Gespräch suchte, berichtete von einer deutlich angenehmeren Fahrt, obwohl andere, die sich die Aufgabe nur vorstellten, das Gegenteil erwarteten. Die Studie betrifft Pendler, sie ist also kein Versprechen für jede Lage, zeigt aber: Wir rechnen oft damit, dass ein Gespräch schlechter läuft, als es dann läuft.
Smalltalk Themen, die fast überall passen
StepStone nennt als geeignet leichte, unverfängliche Themen wie Essen, Reisen, Hobbys oder das aktuelle Setting, also die Situation, in der Sie sich gerade befinden. Das British Council (auf Englisch) rät ebenfalls zu positiven, wenig umstrittenen Themen. Verstehen Sie das als kleine Speisekarte, nicht als Drehbuch.
| Thema | Eine mögliche Frage |
|---|---|
| Ort oder Anlass | „Woher kennen Sie die Gastgeber?“ |
| Essen und Trinken | „Haben Sie in letzter Zeit ein gutes Lokal entdeckt?“ |
| Reisen | „Steht bei Ihnen bald eine Reise an?“ |
| Hobbys und Freizeit | „Was machen Sie am liebsten am Wochenende?“ |
| Filme, Bücher, Musik | „Haben Sie zuletzt etwas Gutes gesehen oder gelesen?“ |
| Haustiere | „Haben Sie ein Haustier?“ |
| Arbeit (locker) | „Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit am besten?“ |
| Pläne | „Haben Sie in den nächsten Wochen etwas Schönes vor?“ |
Das Wetter ist ein Klassiker, aber wenn es Ihnen hohl vorkommt, sprechen Sie lieber über das, was Sie beide gerade sehen.
Smalltalk Themen nach Situation
Dasselbe Thema passt nicht überall. Hier ein Überblick zum Anpassen.
| Situation | Leichte Einstiege | Besser meiden |
|---|---|---|
| Im Job, vor einem Meeting | Anfahrt, ein gemeinsames Projekt, Wochenendpläne, eine Bemerkung an der Kaffeemaschine | Lästern über Kollegen, Gehälter |
| Feier oder Veranstaltung | Woher Sie die Gastgeber kennen, Essen und Getränke, die Location, die Musik | Polarisierende Nachrichten, sehr persönliche Fragen |
| Neue Nachbarn, Fremde in der Schlange | Der Ort, das Warten, ein Tipp aus der Gegend, „Wohnen Sie hier in der Nähe?“ | Geld, Alter, Familiensorgen |
| Kurs, Workshop oder Konferenz | Warum die Person teilnimmt, was sie lernen möchte, ein Vortrag, der gefallen hat | Kritik an den Veranstaltern |
| Videocall | Ein gemeinsames Projekt, die Ortszeit, der Blick aus dem Fenster | Alles, wofür man lange persönlich erzählen müsste |
Wenn Sie jemanden wiedersehen, etwa eine neue Kollegin, können Sie bei jedem Mal etwas tiefer gehen: erst Ort und Anlass, dann Interessen und Pläne, wenn Ihr Gegenüber gern darauf einsteigt.
Die FORD-Methode: vier Themenfamilien zum Merken
Wenn Ihnen nichts einfällt, hilft eine Gedächtnisstütze. Das British Council beschreibt das FORD-Schema: Family (Familie, allgemein gehalten und nicht zu persönlich), Occupation (Arbeit, Studium, Projekte), Recreation (Sport, Hobbys, Freizeit) und Dreams (Reiseziele, Zukunftspläne). Unser Buch, das wir weiter unten vorstellen, lehrt dieselbe Methode für Smalltalk mit Fremden und ergänzt einen sanften Tipp: Erzählen Sie zuerst von Ihren eigenen Träumen, damit sich Ihr Gegenüber nicht ausgefragt fühlt.
So klingt das in der Praxis:
- Familie: „Haben Sie am Wochenende etwas mit Familie oder Freunden vor?“ (allgemein, nicht zu persönlich)
- Beruf: „Was machen Sie beruflich?“ oder im Kurs: „Was hat Sie hierhergeführt?“
- Freizeit: „Was machen Sie gern, wenn Sie nicht arbeiten?“
- Träume: „Wenn Sie nächstes Jahr irgendwohin reisen könnten, wohin ginge es?“
Sie müssen die Reihenfolge nicht einhalten und auch nicht alle vier nutzen. Eine gute Antwort liefert oft schon einen Faden für die nächsten zehn Minuten.
Fragen, die ein Gespräch öffnen, und Fragen, die es abwürgen
Themen bringen Sie in Gang, Fragen halten es am Laufen. Karrierebibel rät, offene W-Fragen zu stellen und danach aufmerksam zuzuhören; geschlossene Fragen, die sich mit Ja oder Nein beantworten lassen, machen das Gespräch dagegen schnell einsilbig. Auch Studyflix empfiehlt W-Fragen wie „Wie findest du das?“ oder „Was denkst du darüber?“. Vergleichen Sie:
| Geschlossen (bremst) | Offen (hält es am Laufen) |
|---|---|
| „Gefällt Ihnen Ihr Job?“ | „Was ist das Interessanteste an Ihrer Arbeit?“ |
| „War die Reise schön?“ | „Was war das Schönste an der Reise?“ |
| „Haben Sie Hobbys?“ | „Was machen Sie gern in Ihrer Freizeit?“ |
| „Haben Sie am Wochenende viel zu tun?“ | „Worauf freuen Sie sich dieses Wochenende?“ |
Dazu passt ein Ergebnis aus Harvard. In mehreren Studien zu echten Gesprächen, zusammengefasst von der Association for Psychological Science (auf Englisch), kamen Menschen, die mehr Fragen stellten, vor allem Nachfragen, bei ihren Gesprächspartnern besser an. Eine Nachfrage bezieht sich einfach auf das, was die Person gerade gesagt hat: „Sie haben eine Reise erwähnt. Was hat Ihnen am besten gefallen?“ Sie zeigt, dass Sie zugehört haben. Wer sich das angewöhnen möchte, findet in unserem Beitrag zum aktiven Zuhören Formulierungen zum Ausleihen.

Wenn Ihnen nichts mehr einfällt
Das passiert jedem. Ein paar Auswege, für die Sie keinen klugen Satz brauchen:
- Zurück zum letzten Satz. „Sie sagten, Sie sind kürzlich umgezogen. Wie gefällt Ihnen die neue Gegend?“
- Kommentieren, was Sie beide sehen. Den Raum, die Musik, das Buffet, die Aussicht.
- Um einen Tipp bitten. Menschen helfen gern: „Kennen Sie hier in der Nähe ein gutes Lokal zum Mittagessen?“ lässt sich leicht beantworten.
- Eine Kleinigkeit über sich erzählen und das Wort mit einer Frage zurückgeben.
- Freundlich gehen. „Es war schön, mit Ihnen zu plaudern, ich hole mir noch etwas zu trinken.“ Ein kurzes, warmes Ende ist besser als ein erzwungenes.
Das British Council nennt außerdem Wendungen, die zu mehr Details einladen (auf Englisch: „Tell me more about that“, „What happened after that?“). Im Deutschen erfüllen „Erzählen Sie mehr davon“ und „Und was ist dann passiert?“ denselben Zweck.
Themen, die Sie bei flüchtigen Bekannten besser meiden
StepStone rät, politische, religiöse und persönliche Themen wie Finanzen oder Partnerschaft im Smalltalk auszulassen, und Studyflix empfiehlt, sich von negativen und kontroversen Themen fernzuhalten, weil Sie bei fremden Menschen oft nicht wissen, worauf sie empfindlich reagieren. Das British Council ergänzt, dass die Gepflogenheiten je nach Kultur verschieden sind: Eine Bemerkung zum Wetter ist in manchen Umfeldern ein gängiger Einstieg und kann in anderen oberflächlich wirken. Eine einfache Regel: Wenn ein Thema jemanden in die Defensive bringen könnte, heben Sie es für später auf.
Achten Sie auch auf die Form. Aus dem Gespräch soll kein Verhör werden: Mischen Sie eine Frage mit einer kurzen eigenen Bemerkung und lassen Sie Pausen zu.
Ein 7-Tage-Plan zum Üben
Sie brauchen kein großes Event. Beginnen Sie mit Momenten, in denen wenig auf dem Spiel steht, und überlegen Sie danach, was gut lief.
| Tag | Übung |
|---|---|
| 1 | Grüßen Sie jemanden, den Sie sonst übersehen, und fügen Sie eine kurze Bemerkung hinzu („Viel los heute früh?“) |
| 2 | Stellen Sie einer Kollegin oder einem Kursteilnehmer eine offene Frage |
| 3 | Stellen Sie eine Nachfrage zu der Antwort, die Sie bekommen |
| 4 | Nutzen Sie FORD einmal bewusst: wählen Sie eine der vier Familien |
| 5 | Bitten Sie jemanden um eine Empfehlung (Ort, Serie, Buch) |
| 6 | Erzählen Sie eine Kleinigkeit über sich und stellen Sie dann eine Frage zurück |
| 7 | Notieren Sie, welche Themen am leichtesten fielen: das ist Ihre Kurzliste |
Wenn ein Tag schiefgeht, ist das normal. Wiederholen Sie die Übung in einer anderen Umgebung.
Was unser Buch ergänzt
Unser Buch zur Kommunikation gibt es auf Deutsch: Ausdrucksweise verbessern und Wortschatz erweitern von Berthold Wegener; im Untertitel steht unter anderem „Small Talk“. Es ist ein allgemeines Handbuch und kein reines Smalltalk-Buch: Es behandelt auch Rhetorik, Körpersprache, Durchsetzungsvermögen, Einfühlungsvermögen, Verhandeln und öffentliches Auftreten.
Für dieses Thema ist vor allem das letzte Kapitel nützlich, das die Werkzeuge auf zehn Alltagssituationen anwendet, darunter Smalltalk mit Fremden. Es rät, ohne Hintergedanken zu sprechen und mit einer Bemerkung zum Ort, Neugier darauf, was die Person gerade tut, einem aufrichtigen Kompliment (am besten nicht zum Aussehen) oder einer Bitte um Rat zu beginnen. Danach lehrt es die FORD-Methode und empfiehlt, zuerst von den eigenen Träumen zu erzählen. Ein weiteres Kapitel gibt Anregungen, etwas Passendes zu sagen, und das Kapitel zu Zuhören und Einfühlungsvermögen zeigt, wie Sie Interesse signalisieren. Die meisten Kapitel enden mit Übungen, die Sie allein machen können.
Weitere praktische Ratgeber finden Sie im Books Go Blog und unsere anderen Titel auf der Startseite von Books Go Publications. Wenn Schüchternheit oder Nervosität Ihre Gespräche bremsen, behandeln unsere Beiträge zu Nein sagen ohne schlechtes Gewissen und zur Angst vor Präsentationen verwandte Fähigkeiten.
Wann Sie sich Unterstützung holen sollten
Sich in neuen Gesprächen ein wenig unwohl zu fühlen, ist verbreitet. Wenn die Sorge so stark ist, dass Sie Menschen, Arbeit oder soziales Leben meiden, oder wenn sie mit intensiver Angst einhergeht, ist es sinnvoll, mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Fachperson für psychische Gesundheit zu sprechen. Ein Buch ist ein gutes Übungswerkzeug, aber keine Behandlung. Hilfetelefone in vielen Ländern finden Sie über das internationale Verzeichnis Find a Helpline.
Fragen zu Smalltalk Themen
Was sind gute Smalltalk Themen?
Leichte, positive Themen, die jeder beantworten kann: Ort oder Anlass, Essen, Reisen, Hobbys, Filme und Bücher, Haustiere, Wochenendpläne und, mit Vorsicht, die Arbeit. Wählen Sie eines, das zur Situation passt, und sehen Sie, wohin Ihr Gegenüber es führt.
Welche Smalltalk Themen eignen sich im Job?
Die Anfahrt, ein gemeinsames Projekt, Wochenendpläne, Mittagessen oder Kaffee und allgemeine Fragen dazu, was der Person an ihrer Aufgabe gefällt. Meiden Sie Lästern über Kollegen, Gehälter und alles, was heikel sein könnte.
Was ist die FORD-Methode?
FORD steht für Family, Occupation, Recreation und Dreams, also Familie, Beruf, Freizeit und Träume. Es ist eine Gedächtnisstütze für vier Themenfamilien, die das British Council beschreibt und die auch unser Buch lehrt. Halten Sie Fragen zur Familie allgemein und nicht zu persönlich.
Welche Themen sollte ich beim Smalltalk meiden?
Politik, Religion, Geld und andere sehr persönliche oder polarisierende Themen, besonders bei Menschen, die Sie kaum kennen. Wenn Sie unsicher sind, warten Sie, bis Sie die Person besser kennen.
Wie halte ich ein Gespräch am Laufen?
Stellen Sie offene Fragen und knüpfen Sie an das an, was die Person gerade gesagt hat. Wendungen wie „Erzählen Sie mehr davon“ oder „Und was ist dann passiert?“ laden zu Details ein, ohne Druck aufzubauen.
Was, wenn ich schüchtern oder nervös bin?
Beginnen Sie mit Momenten, in denen wenig auf dem Spiel steht, etwa einer kurzen Bemerkung zu einer Kollegin, und steigern Sie sich langsam. Wenn die Nervosität stark ist und den Alltag beeinträchtigt, sprechen Sie mit einer Fachperson.
Quellen
- StepStone, „20 Smalltalk Themen“
- Karrierebibel, „Smalltalk Themen: 40 geniale Fragen, Tipps & Beispiele“
- Studyflix, „Smalltalk Themen“
- British Council, „Your guide to small talk topics, phrases and openers in English“ (auf Englisch)
- Chicago Booth, „Mom was wrong: You should talk to strangers“ (Epley und Schroeder, 2014, auf Englisch)
- Association for Psychological Science, „Asking Questions Increases Likability“ (Huang et al., 2017, auf Englisch)



