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Small Talk lernen: Gespräch anfangen in 3 Schritten

Selbsthilfe

Books Go Team · Veröffentlicht am · 10 Min. Lesezeit

Small Talk lernen heißt vor allem, den ersten Schritt zu üben: Sie achten auf etwas, das Sie mit der Person gemeinsam haben, sagen einen leichten Satz oder stellen sich vor und stellen dann eine offene Frage. Der erste Satz muss nicht klug sein. Wichtiger als der Wortlaut sind ein entspanntes Gesicht, ein kurzer Satz und echtes Interesse an der Antwort. Hier finden Sie eine einfache Methode in drei Schritten, Einstiegssätze für zehn Alltagssituationen, Hinweise, woran Sie merken, ob Ihr Gegenüber reden möchte, freundliche Arten, ein Gespräch zu beenden, und einen Übungsplan für eine Woche.

Kurz gesagt:

  • Drei Schritte: etwas Gemeinsames bemerken, etwas Leichtes sagen, offen nachfragen.
  • Der erste Satz darf gewöhnlich sein; Wärme und Neugier zählen mehr.
  • Nach einem ersten Gespräch mögen andere uns oft mehr, als wir denken.
  • Achten Sie auf Blick, Körper und Antworten, um zu wissen, ob es weitergeht.
  • Beenden Sie freundlich, statt das Gespräch peinlich versanden zu lassen.
Small Talk lernen: Gespräch anfangen in 3 Schritten
In diesem Artikel · 10 Min. Lesezeit
  1. Warum es schwerer wirkt, als es ist
  2. Small Talk lernen in drei Schritten
  3. Einstiegssätze für zehn Alltagssituationen
  4. Gewöhnliche Einstiege sind in Ordnung
  5. Woran Sie merken, ob die Person reden möchte
  6. Das Gespräch tragen: Nachfragen, Zuhören und ein wenig von sich erzählen
  7. Das Gespräch freundlich beenden
  8. Ein Übungsplan für eine Woche
  9. Was unser Buch ergänzt
  10. Wann Sie sich Unterstützung holen sollten
  11. Fragen zum Small Talk lernen
  12. Quellen

Small Talk lernen: beobachten, sagen, fragen in drei Schritten
Small Talk lernen: die drei Schritte, um ein Gespräch anzufangen

Warum es schwerer wirkt, als es ist

Viele rechnen damit, dass ein Gespräch mit Fremden schiefgeht, und die Forschung legt nahe, dass diese Erwartung oft nicht stimmt. Das berichtet auch Spektrum der Wissenschaft: In einem Experiment von Nicholas Epley und Juliana Schroeder sollten Pendlerinnen und Pendler einschätzen, wie sie sich fühlen würden, wenn sie eine fremde Person ansprächen. Die meisten glaubten, die Fahrt würde dadurch weniger angenehm, und erwarteten, dass höchstens jede zweite angesprochene Person überhaupt reden wollte. Beides erwies sich als falsch. Auch die Universität Chicago (Booth School) (auf Englisch) fasst zusammen, dass Menschen, die mit einer fremden Person ins Gespräch kamen, die Fahrt deutlich positiver erlebten als jene, die für sich blieben. Die Studien betrafen Pendelnde, sie gelten also nicht automatisch für jeden Ort und jede Person.

Ein zweiter Befund betrifft die Minuten danach. Die British Psychological Society (auf Englisch) fasst fünf Studien von Erica Boothby und Kolleginnen über die „Sympathielücke“ („liking gap“) zusammen: Nach einem Gespräch unterschätzen Menschen, wie sehr ihr Gegenüber sie mochte. Die Lücke war bei schüchterneren Personen größer und blieb bestehen, ob das Gespräch zwei oder 45 Minuten dauerte. Fremde kennen den Maßstab nicht, den Sie an sich selbst anlegen, und sind deshalb selten so streng wie Sie.

Small Talk lernen in drei Schritten

Die Methode in drei Wörtern: beobachten, sagen, fragen.

  1. Beobachten. Suchen Sie etwas Gemeinsames: den Ort, den Anlass, das Warten, das, was die Person gerade tut, oder ein Detail, das sie zeigt, etwa ein Button, ein Buch oder eine Tasche. Die Computerwoche empfiehlt als Faustregel, zunächst zu schweigen und zu beobachten: Wer kennt wen, wer führt das Wort, wer steht etwas abseits? Haben Sie einen Gesprächsaufhänger gefunden, sei das „die halbe Miete“.
  2. Sagen. Machen Sie eine kurze, freundliche Bemerkung oder stellen Sie sich vor. Laut Computerwoche ist das, was Sie zu Beginn sagen, relativ unwichtig; wichtiger sind Mimik und Körpersprache. Auch Stellenmarkt rät zu einem Lächeln, Augenkontakt und offener Körperhaltung und nennt Einstiegsfloskeln wie „Schönes Wetter heute, nicht wahr?“: Sie klängen banal, erfüllten aber ihren Zweck.
  3. Fragen. Schließen Sie mit einer offenen Frage, die sich nicht mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten lässt, und knüpfen Sie an die Antwort an.

Der dritte Schritt entscheidet. In mehreren Studien, zusammengefasst von der Association for Psychological Science (auf Englisch), stellten Forschende der Harvard-Universität fest: Wer mehr Fragen stellt, vor allem Nachfragen, hinterlässt einen besseren Eindruck. Eine Nachfrage bezieht sich einfach auf das, was die Person gerade gesagt hat: „Sie haben erwähnt, dass Sie umgezogen sind. Was gefällt Ihnen an der Gegend bisher?“

Ein Hinweis der Computerwoche: Vorsicht bei „Warum“-Fragen. Sie fordern eine Rechtfertigung und sind deshalb ein schwacher Einstieg in ein lockeres Gespräch. Fragen mit „was“ und „wie“ eignen sich besser.

Einstiegssätze für zehn Alltagssituationen

Formulieren Sie sie in Ihren eigenen Worten. Alle folgen demselben Muster: ein Kommentar zum gemeinsamen Moment, dann eine Frage.

Situation Ein möglicher Satz
In der Schlange oder im Wartezimmer „Heute geht es ja langsam voran. Ist hier immer so viel los?“
Auf einer Feier oder Veranstaltung „Woher kennen Sie die Gastgeber?“
Auf einer Konferenz oder in einem Workshop „Ich bin zum ersten Mal hier. Welchen Vortrag können Sie empfehlen?“
In einem Kurs oder einer Weiterbildung „Was hat Sie zu diesem Kurs gebracht?“
Im Verein oder in der Hobbygruppe „Sind Sie auch zum ersten Mal hier? Wie sind Sie auf die Gruppe gekommen?“
Im Zug oder Bus „Wissen Sie, ob diese Haltestelle näher an der Altstadt liegt?“
Bei neuen Nachbarn „Ich bin gerade erst eingezogen. Können Sie eine Bäckerei oder einen Park empfehlen?“
An einem neuen Arbeitsplatz „Ich bin neu hier. Was sagt einem hier niemand?“
Wenn beide einen Hund haben „Ein toller Hund. Wie alt ist er?“
Im Laden oder auf dem Markt „Haben Sie die schon probiert? Ich kann mich nicht entscheiden.“

Mehrere dieser Sätze bitten um einen kleinen Rat. Das hilft, denn solche Fragen sind leicht zu beantworten und laden dazu ein, etwas zu teilen, das die Person weiß. Das CBS-Blog empfiehlt außerdem, von sich selbst auszugehen und die Frage daran anzuknüpfen: „Ich bin neu im Unternehmen und sitze das erste Mal in diesem Meeting. Wie lange sind Sie schon in dieser Abteilung?“

Small Talk lernen: Einstiege, die bremsen, und Einstiege, die das Gespräch tragen
Small Talk lernen: Einstiege, die bremsen, und Einstiege, die weiterführen

Gewöhnliche Einstiege sind in Ordnung

Warten Sie nicht auf den perfekten ersten Satz. Laut CBS eignen sich gerade „belanglose“ Themen wie das Wetter, der Stau am Morgen, die Stärke des Kaffees oder die Temperatur im Besprechungsraum sehr gut als Einstieg. Wichtig ist, dass Sie nicht dabei stehen bleiben. Die Computerwoche nennt als „Joker“ die Frage „Wie wurden Sie auf die Veranstaltung aufmerksam?“; die Antworten lassen sich nach Gemeinsamkeiten durchsuchen.

Woran Sie merken, ob die Person reden möchte

Nicht jeder möchte plaudern, und das sagt nichts über Sie aus. Achten Sie auf mehrere Signale zusammen, wie es auch unser Buch rät, denn eine einzelne Geste kann Verschiedenes bedeuten oder nichts.

Zeichen von Offenheit Zeichen, behutsam zu schließen
Blickkontakt und entspanntes Gesicht Blick wandert oft weg oder aufs Handy
Körper Ihnen zugewandt Schritt zurück oder Körper abgewandt
Antworten mit Details oder Gegenfrage Einsilbige Antworten und lange Pausen
Lächeln und Nicken Blicke zum Ausgang oder zu anderen Personen

Nach einem Artikel von Infobae (auf Spanisch), der sich auf die Etikette-Expertin Elaine Swann stützt, können ein abschweifender Blick, ein Schritt zurück oder ein abgewandter Körper andeuten, dass die Person das Gespräch beenden möchte. Nehmen Sie den Hinweis freundlich auf, sagen Sie etwas Nettes und gehen Sie weiter. Auch das ist gute Kommunikation. Das CBS-Blog rät genauso, das Gespräch nicht zu erzwingen, wenn das Gegenüber kein Interesse zeigt.

Das Gespräch tragen: Nachfragen, Zuhören und ein wenig von sich erzählen

Hören Sie auf Sätze mit einer Geschichte dahinter („Ich komme gerade aus dem Urlaub“) und fragen Sie danach. Wechseln Sie zwischen Fragen und kleinen eigenen Beiträgen. Laut CBS ist gelungener Smalltalk kein Interview: Gehen Sie auch einmal auf die Antwort ein, ohne gleich die nächste Frage zu stellen. Wer nur fragt, wirkt wie ein Verhör, wer nur erzählt, lässt keinen Raum. Zwei Sätze über sich, dann eine Frage, sind ein angenehmer Rhythmus. Zum Schweigen sagt das CBS-Blog: Akzeptieren Sie es und versuchen Sie nicht, krampfhaft etwas zu sagen.

Wenn Ihnen nichts mehr einfällt, greifen Sie auf das letzte Gesagte zurück, kommentieren Sie, was Sie beide sehen, oder nutzen Sie die FORD-Methode: Familie, Beruf, Freizeit, Träume. Wir erklären sie in unserem Ratgeber zu Smalltalk Themen. Wenn Sie besser zuhören möchten, finden Sie in unserem Beitrag zum aktiven Zuhören Formulierungen zum Übernehmen.

Und wenn Ihnen absolut nichts einfällt? Die Computerwoche empfiehlt: Lächeln Sie die Person einfach an, auch das öffne viele Türen.

Das Gespräch freundlich beenden

Ein gutes Ende gehört zu einem guten Gespräch. Ein paar Möglichkeiten:

  • Der herzliche Abschied: „Es war wirklich schön, mit Ihnen zu sprechen. Ich hole mir noch etwas zu trinken.“
  • Der Abschied mit Vorstellung: „Ich möchte dort jemanden begrüßen. Kommen Sie mit?“
  • Der Abschied mit Ausblick: „Ich muss weiter, aber das Gespräch hat mir gefallen. Vielleicht sehen wir uns noch einmal.“

Wenn die Person nicht reden möchte, genügt ein kurzes „Einen schönen Tag noch“. Wenn Sie sich in einer Gruppe übergangen fühlen, nehmen Sie es nicht persönlich: Das sagt wenig über Sie.

Ein Übungsplan für eine Woche

Sie brauchen keine große Veranstaltung. Kurze Gespräche ohne Druck sind das beste Training, und jedes erleichtert das nächste. Die Computerwoche schlägt ebenfalls vor, im Alltag zu üben, etwa in der Kantine oder im Fahrstuhl.

Tag Übung
1 Grüßen Sie jemanden, an dem Sie sonst schweigend vorbeigehen, und fügen Sie eine Bemerkung zum Ort hinzu
2 Stellen Sie in der Schlange eine offene Frage
3 Stellen Sie eine Nachfrage zur erhaltenen Antwort
4 Bitten Sie jemanden um eine Empfehlung (Café, Buch, Strecke)
5 Stellen Sie sich bei einer Veranstaltung oder im Kurs einer neuen Person mit Namen vor
6 Üben Sie nach zwei Minuten Gespräch einen herzlichen Abschied
7 Notieren Sie, welcher Einstieg am natürlichsten war, und behalten Sie ihn als Favoriten

Manche Tage laufen schlecht, das ist normal. Wiederholen Sie dieselbe Übung in einer anderen Umgebung, bevor Sie urteilen.

Was unser Buch ergänzt

Unser Buch zur Kommunikation gibt es auf Deutsch: Ausdrucksweise verbessern und Wortschatz erweitern von Berthold Wegener; im Untertitel steht unter anderem „Small Talk“. Es ist ein allgemeines Handbuch und kein reines Buch über Gesprächsanfänge: Es behandelt auch Rhetorik, Körpersprache, Durchsetzungsvermögen, Einfühlungsvermögen, Verhandeln und öffentliches Auftreten.

Für dieses Thema ist vor allem das letzte Kapitel nützlich, das die Werkzeuge auf zehn Alltagssituationen anwendet, darunter Smalltalk mit Fremden. Es rät, ohne Hintergedanken zu sprechen und mit einer Bemerkung zum Ort, Neugier darauf, was die Person gerade tut, einem aufrichtigen Kompliment (am besten nicht zum Aussehen) oder einer Bitte um Rat zu beginnen. Ein Kapitel zur nonverbalen Kommunikation behandelt Lächeln, Blickkontakt und Abstand, und das Kapitel zu Zuhören und Einfühlungsvermögen zeigt, wie Sie Interesse signalisieren, etwa durch Nichtunterbrechen und das Aushalten von Pausen. Die meisten Kapitel enden mit Übungen, die Sie allein machen können.

Weitere praktische Ratgeber finden Sie im Books Go Blog und unsere anderen Titel auf der Startseite von Books Go Publications. Wenn Nervosität Ihre Gespräche bremst, behandeln unsere Beiträge zur Angst vor Präsentationen und zu Übungen für mehr Selbstvertrauen verwandte Fähigkeiten.

Wann Sie sich Unterstützung holen sollten

Vor einem Gespräch mit jemand Neuem nervös zu sein, ist verbreitet. Wenn die Sorge so stark ist, dass Sie Menschen, Arbeit oder soziales Leben meiden, oder wenn sie mit intensiver Angst einhergeht, ist es sinnvoll, mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Fachperson für psychische Gesundheit zu sprechen. Ein Buch ist ein gutes Übungswerkzeug, aber keine Behandlung. Hilfetelefone in vielen Ländern finden Sie über das internationale Verzeichnis Find a Helpline.

Fragen zum Small Talk lernen

Wie fange ich ein Gespräch mit einer fremden Person an?

Bemerken Sie etwas Gemeinsames, machen Sie eine kurze freundliche Bemerkung und stellen Sie eine offene Frage. Zum Beispiel „Woher kennen Sie die Gastgeber?“ auf einer Feier oder „Welchen Vortrag können Sie empfehlen?“ auf einer Veranstaltung. Der erste Satz darf gewöhnlich sein; die Nachfrage leistet die eigentliche Arbeit.

Wie spreche ich Fremde an, wenn ich schüchtern bin?

Beginnen Sie mit Momenten ohne Druck, etwa einer kurzen Bemerkung in der Schlange, und steigern Sie sich langsam. Die Forschung zur Sympathielücke deutet darauf hin, dass schüchterne Menschen unterschätzen, wie gern andere mit ihnen reden. Ein etwas holpriger Start fällt dem Gegenüber oft weniger auf, als Sie denken.

Was sage ich, wenn mir nichts mehr einfällt?

Greifen Sie das zuletzt Gesagte auf, kommentieren Sie, was Sie beide sehen, oder bitten Sie um eine Empfehlung. Auch die FORD-Methode hilft: Familie, Beruf, Freizeit, Träume. Wenn das Gespräch seinen Lauf genommen hat, ist ein herzlicher Abschied ein gutes Ende.

Woran erkenne ich, dass jemand nicht reden möchte?

Achten Sie auf mehrere Zeichen zusammen: wenig Blickkontakt, kurze Antworten, ein abgewandter Körper oder ein Schritt zurück. Ein einzelnes Zeichen kann nichts bedeuten. Wenn sie sich häufen, sagen Sie etwas Freundliches und lassen Sie die Person in Ruhe.

Darf ich Fremden ein Kompliment machen?

Ein konkretes, aufrichtiges Kompliment zu etwas, das die Person gewählt hat, etwa eine Tasche oder ein Buch, ist ein leichter Einstieg. Unser Buch rät, Bemerkungen zum Aussehen zu vermeiden, weil sie unangenehm sein können. Fassen Sie sich kurz und schließen Sie eine Frage an.

Wie beende ich ein Gespräch, ohne unhöflich zu sein?

Sagen Sie etwas Freundliches und nennen Sie einen einfachen Grund: „Es war schön, mit Ihnen zu sprechen. Ich hole mir etwas zu trinken.“ Ein kurzes, freundliches Ende ist besser, als ein Gespräch peinlich versanden zu lassen.

Quellen