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Sättigungsgefühl steigern: 7 Gewohnheiten beim Essen

Selbsthilfe

Books Go Team · Veröffentlicht am · 9 Min. Lesezeit

Wenn du dein Sättigungsgefühl steigern möchtest, ist die wichtigste Nachricht: Sättigung ist ein Signal, das etwas Zeit und Aufmerksamkeit braucht, und nichts, was du erzwingen musst. Langsamer essen, gut kauen, mitten im Essen kurz innehalten und Lebensmittel mit viel Volumen, Eiweiß und Ballaststoffen wählen: Das hilft vielen Menschen, früher zu merken, dass es genug ist. Das ist kein Trick und kein Versprechen, und es geht nicht darum, möglichst wenig zu essen. Du lernst, ein Signal wahrzunehmen, das dein Körper längst sendet.

Kurz gesagt:

  • Sättigung baut sich während des Essens auf und braucht deshalb etwas Zeit.
  • Langsame Bissen, gutes Kauen und eine Pause in der Mitte helfen vielen Menschen.
  • Gemüse, Eiweiß und Ballaststoffe sättigen mehr, als ihre Kalorien vermuten lassen.
  • Ziel ist angenehm satt: weder hungrig noch vollgestopft.
  • Wer schon nach wenigen Bissen immer wieder satt ist, sollte das ärztlich abklären lassen.
Sättigungsgefühl steigern: 7 Gewohnheiten beim Essen
In diesem Artikel · 9 Min. Lesezeit
  1. Sättigungsgefühl steigern: wie Sättigung entsteht und warum sie Zeit braucht
  2. 7 Gewohnheiten, um das Sättigungsgefühl zu steigern
  3. Was sättigt: ein schneller Überblick
  4. Eine Mahlzeit-Routine für diese Woche
  5. Wie das Hörbuch „Hypnotisches Magenband“ dazu passt
  6. Wann Sattsein ein Grund für den Arztbesuch ist
  7. Häufige Fragen zum Sättigungsgefühl
  8. Quellen

Sättigungsgefühl steigern: vier Schritte für eine Mahlzeit, vom ruhigen ersten Bissen bis zur Pause und zum Check-in
Sättigungsgefühl steigern: vier Schritte für eine Mahlzeit

Sättigungsgefühl steigern: wie Sättigung entsteht und warum sie Zeit braucht

Beim Essen dehnt sich der Magen, und seine Dehnungsrezeptoren schicken über den Vagusnerv eine Nachricht ans Gehirn; der Darm ergänzt sie mit eigenen Hormonsignalen. Harvard Health erklärt, dass zu schnelles Essen diesem System womöglich nicht genug Zeit lässt. Der Artikel ist dabei ehrlich: Langsam essen „funktioniert nicht immer“, aber wenn es funktioniert, hat der Grund ebenso viel mit dem Gehirn zu tun wie mit dem Bauch (Harvard Health Publishing, Oktober 2010, auf Englisch).

Die Harvard Nutrition Source berichtet, dass langsameres Essen mit einer geringeren Essensmenge einherging, weil sich die Teilnehmenden früher satt fühlten. Ihr Rat: langsam essen, damit du eher erkennst, wann du zufrieden bist, etwa bei einem Füllstand von rund 80 Prozent (Harvard Nutrition Source, Mindful Eating, auf Englisch).

Wie sich das in der Praxis zeigt, beschreibt die Stiftung Warentest anhand einer kleinen Studie. In einem Versuch der University of Rhode Island aßen 30 junge Frauen Nudeln. Wer schnell essen sollte, fühlte sich nach etwa 10 Minuten satt, aß aber mehr; wer langsam aß, fühlte sich erst nach etwa 30 Minuten satt und hatte rund 70 Kilokalorien weniger gegessen, und eine Stunde später fühlten sich diese Frauen immer noch zufriedener (Stiftung Warentest, 2007). Es ist eine kleine Studie: Lies sie als Beispiel, nicht als Regel.

Oft heißt es, das Gehirn brauche etwa 20 Minuten, um Sättigung zu registrieren. Mehrere Ratgeberseiten nennen diese Zahl, zum Beispiel WW: „rund 20 Minuten, bis das Gehirn die Info ‚satt‘ sendet“ (WW). Nimm sie als grobe Orientierung, nicht als Stoppuhr: Eine Mahlzeit, die in fünf Minuten verschwindet, lässt der Sättigung schlicht keine Zeit.

7 Gewohnheiten, um das Sättigungsgefühl zu steigern

Du musst nicht alles auf einmal ändern. Such dir die Gewohnheit aus, die dir am leichtesten fällt, übe sie eine Woche lang und nimm dann die nächste dazu.

  1. Mach den ersten Bissen zu einem echten Bissen. Leg Handy und Fernseher weg, schau dein Essen an und schmecke den ersten Löffel. Die Harvard Nutrition Source empfiehlt, alle Sinne einzusetzen und zwischendurch kurz innezuhalten. Essen vor dem Bildschirm macht es schwerer, Sättigung zu bemerken, wie auch WW betont.
  2. Leg die Gabel zwischen den Bissen ab. So wirst du am einfachsten langsamer, und das Kauen bekommt eine Chance. WW weist darauf hin, dass gründliches Kauen erste Sättigungssignale ans Gehirn sendet.
  3. Mach in der Mitte eine Pause. Halte eine Minute inne, atme durch und frag dich: „Habe ich noch Hunger, oder reicht es schon?“ Du darfst weiteressen oder den Rest stehen lassen; beides ist in Ordnung.
  4. Gib dem Teller Volumen. Gemüse, Salat und Suppe bringen viel Fülle für wenig Kalorien. In dem Bericht der Stiftung Warentest aßen Frauen, die mit einer Suppe begannen, etwa ein Viertel weniger vom Hauptgericht als Frauen, die dieselben Zutaten als Auflauf bekamen. WW schreibt außerdem, dass Sättigung eher vom Volumen einer Mahlzeit abhängt als von den Kalorien.
  5. Nimm zu jeder Mahlzeit Eiweiß und Ballaststoffe dazu. Eier, Fisch, Geflügel, Tofu, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst nennt WW als besonders sättigend; auch kleine Mengen Nüsse und Samen helfen.
  6. Wähle Essen zum Kauen statt zum Trinken. Laut WW sättigen Säfte und Shakes weniger als feste Nahrung. Die spanische Seite Vitónica ergänzt, dass ganze Lebensmittel, die gekaut werden müssen, mehr sättigen als dieselben Lebensmittel püriert (Vitónica, 2012, auf Spanisch).
  7. Warte nicht, bis du Heißhunger hast. Die Harvard Nutrition Source rät davon ab, Mahlzeiten auszulassen, und empfiehlt, ungefähr zu denselben Zeiten zu essen, weil lange Pausen zu starkem Hunger führen, und starker Hunger macht langsames Essen fast unmöglich.

Was sättigt: ein schneller Überblick

Was Beispiele Warum es hilft
Volumen Gemüse, Salat, Suppe füllt den Magen für wenig Kalorien
Eiweiß Eier, Fisch, Geflügel, Tofu, Hülsenfrüchte hält länger satt
Ballaststoffe Hülsenfrüchte, Vollkorn, Obst, Gemüse geben Volumen und werden langsamer verdaut
Essen zum Kauen ganze Lebensmittel statt Säfte oder Shakes mehr Kauen, mehr Zeit am Tisch

Die Quellen sind sich in einem einfachen Punkt einig: Wasser allein füllt den Magen für einen Moment, verlässt ihn aber schnell, und der Hunger kommt bald zurück (Vitónica). Ein Glas Wasser vor dem Essen ist in Ordnung, aber erwarte nicht, dass es die ganze Arbeit macht.

Eine Mahlzeit-Routine für diese Woche

Probiere das nur bei einer Mahlzeit am Tag aus, zum Beispiel beim Mittagessen. Es dauert etwa so lang wie sonst, nur ein bisschen langsamer.

  1. Setz dich hin und füll einmal auf. Häufe dein Essen auf einen Teller, schalte den Bildschirm aus und setz dich an den Tisch.
  2. Die ersten fünf Minuten: Gabel zwischen den Bissen ablegen. Kau gründlich und achte auf Geschmack und Konsistenz.
  3. Pause zur Halbzeit. Eine Minute, ein tiefer Atemzug, eine Frage: „Wie hungrig bin ich jetzt?“
  4. Prüfe dein Sättigungsgefühl. Nutze dazu die Tabelle unten.
  5. Entscheide ohne Schuldgefühle. Hör auf oder nimm noch ein paar Bissen, wenn du sie willst. Morgen probierst du es einfach wieder.
Signal Was es bedeuten kann Was du tun kannst
Magen leer, Gedanken kreisen ums Essen noch hungrig in Ruhe weiteressen
Ruhig und angenehm, das Essen schmeckt, ist aber nicht mehr dringend angenehm satt (etwa 80 Prozent, wie Harvard es beschreibt) guter Moment aufzuhören oder ein paar Minuten zu warten
Bauch gespannt, schwer, etwas unangenehm zu voll aufhören; nächstes Mal früher pausieren

Wenn du oft isst, ohne hungrig zu sein, zum Beispiel aus Stress, Langeweile oder Müdigkeit, gehen unser Artikel zum Frustessen und unser Notfallplan gegen Heißhunger genau auf diesen Moment ein. Einen Überblick über Essen ohne strenge Regeln findest du unter Abnehmen ohne Diät.

Wie das Hörbuch „Hypnotisches Magenband“ dazu passt

Manche Menschen möchten mehr als Techniken und wollen üben, Sättigung in Ruhe und geführt wahrzunehmen. Dafür gibt es das Buch „Hypnotisches Magenband für das Idealgewicht ohne Diät“ von Elsa Ebner. Es ist vor allem zum Hören gedacht und arbeitet mit einem „virtuellen Magenband“. Das ist eine reine Vorstellung, ein symbolisches Bild in einer Entspannungsübung, keine Operation und kein medizinischer Eingriff.

Mehrere Teile des Buchs passen zu diesem Artikel. Das Kapitel zur Portionskontrolle enthält drei kurze Skripte: Im ersten schrumpft die Portion auf einem vorgestellten Teller auf die richtige Größe; im zweiten isst du langsam, legst nach jedem Bissen die Gabel ab und spürst die Sättigung früh; im dritten stellst du dir den Magen als Glas vor, das sich mit Wasser füllt, und ein grünes Licht in der Brust, das „genug“ bedeutet. Das Kapitel zum Alltag übt achtsames Essen, mit einem bewussten ersten Bissen und zwei bis drei Pausen während der Mahlzeit, in denen du fragst: „Habe ich noch Hunger?“. Der Satz, auf den das Buch immer wieder zurückkommt, lautet „Weniger ist genug“.

Das Buch ist keine Diät, kommt ohne Kalorienzählen aus, spricht dich mit „du“ an und verspricht kein Wunder: Es sagt selbst, dass Wiederholung und Geduld dazugehören. Sein Ziel ist, die natürliche Sättigung wahrzunehmen, nie, zu wenig zu essen. Die Kindle- und Taschenbuchausgabe ist der Begleittext zum Nachschlagen.

Wichtig für das Hören: Nutze die Aufnahmen nur an einem sicheren, ruhigen Ort, nie beim Autofahren oder bei Tätigkeiten, die deine volle Aufmerksamkeit brauchen. Hypnose ersetzt keine ärztliche Behandlung und ist keine Behandlung für schwere psychische Erkrankungen. Was Hypnose kann und was nicht, erfährst du in unserem Artikel Hypnose zum Abnehmen.

Mehr Ratgeber gibt es auf der Startseite von Books Go Publications und im Books-Go-Blog.

Wann Sattsein ein Grund für den Arztbesuch ist

Dieser Artikel handelt davon, bei einer normalen Mahlzeit etwas früher zu spüren, dass du satt bist. Viel zu schnell satt zu sein, ist etwas anderes. MedlinePlus beschreibt die frühe Sättigung als das Gefühl, früher als gewöhnlich oder nach weniger Essen als üblich voll zu sein, und rät zum Arztbesuch, wenn es Tage oder Wochen anhält, ohne besser zu werden, wenn du ungewollt Gewicht verlierst oder wenn schwarzer Stuhl, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Blähungen oder Fieber mit Schüttelfrost dazukommen (MedlinePlus, frühe Sättigung, auf Englisch). Die Cleveland Clinic ergänzt, dass es sich lohnt, mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen, wenn du nach kleinen Mengen regelmäßig satt bist, auch ohne weitere Beschwerden (Cleveland Clinic, frühe Sättigung, auf Englisch).

Sprich außerdem zuerst mit deinem Arzt oder deiner Ärztin oder mit einer Ernährungsberatung, wenn du Diabetes, Herz- oder Verdauungsprobleme hast, Medikamente nimmst, schwanger bist oder eine Operation zur Gewichtsreduktion hattest. Und wenn Gedanken an Essen, Gewicht oder zu wenig Essen viel Raum in deinem Leben einnehmen, wenn du Essanfälle hast oder streng einschränkst, reicht ein Artikel nicht: Ärztinnen, Ärzte oder Therapeut:innen können dir helfen. Wenn du eine sehr schwere Zeit durchmachst, findest du unter findahelpline.com Hilfetelefone in deiner Nähe.

Häufige Fragen zum Sättigungsgefühl

Wie lange dauert es, bis man satt ist?

Das ist von Mensch zu Mensch und von Mahlzeit zu Mahlzeit verschieden. Etwa 20 Minuten ist die am häufigsten genannte Zahl, aber sie ist eine grobe Orientierung, keine Regel. Wichtiger ist, dass eine langsamere Mahlzeit dem Signal Zeit zum Ankommen gibt.

Hilft Wasser trinken, schneller satt zu werden?

Ein wenig, und nur kurz. Wasser dehnt den Magen kurz, verlässt ihn aber schnell, und der Hunger kommt zurück. Ein Glas Wasser vor dem Essen ist in Ordnung, aber Eiweiß, Ballaststoffe und Gemüse leisten die dauerhafte Arbeit.

Welche Lebensmittel halten länger satt?

Lebensmittel mit viel Eiweiß, Ballaststoffen und Wasser: Hülsenfrüchte, Eier, Fisch, Tofu, Gemüse, Obst und Vollkorn. Feste Nahrung sättigt in der Regel mehr als flüssige.

Warum werde ich nach dem Essen nie richtig satt?

Häufige Gründe sind schnelles oder abgelenktes Essen, lange Pausen zwischen den Mahlzeiten und Mahlzeiten mit wenig Eiweiß oder Ballaststoffen. Das sind Dinge, die du ausprobieren kannst zu ändern. Hält das Problem an oder kommen andere Beschwerden dazu, sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.

Ist es normal, sehr schnell satt zu sein?

Ein gelegentliches Völlegefühl nach einer großen oder reichhaltigen Mahlzeit ist häufig. Wer aber immer wieder schon nach wenigen Bissen satt ist, sollte das nicht ignorieren, denn es kann medizinische Ursachen haben. Geh zum Arzt, besonders wenn du ungewollt abnimmst.

Kann Hypnose helfen, früher satt zu werden?

Manche Menschen finden, dass Entspannung und innere Bilder ihnen helfen, auf Hunger und Sättigung zu achten. Garantien gibt es nicht, und Hypnose ersetzt nie die ärztliche Behandlung. Sie kann eine Ergänzung zu regelmäßigen Mahlzeiten, langsamem Essen und gutem Schlaf sein, aber kein Ersatz.

Quellen

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin, eines Arztes, einer Therapeutin, eines Therapeuten oder einer anderen Fachperson.